Gedichte von Amando Draconi

Lenker der Welt

Meeres Atem küsst den Strand,
Poseidon, ist es, er holt Luft.
Sanft malt er Formen in den Sand,
und schenkt uns jenen Duft.

Salz und Freiheit, weite Ferne.
Friedlich küssend, wenn er will.
Im Meer, dort spiegeln sich die Sterne,
wenn der Wind ganz lieb und still.

Doch ist’s auch tosend, und verschlingend,
gewaltig, tödlich, schlagend, reißend,
manchmal brüllend, dann auch singend,
manchmal küssend, manchmal beißend.

Auf seinem Grunde die Gebeine,
von Matrosen aller Welt.
Ein großes Grab, wo niemand Steine,
für die Toten aufgestellt.

Nicht in der Tiefe nur die Macht,
ist das Meer der Erde Steuer,
ob Wolken, ob die Sonne lacht,
bestimmt’s als Engel oder Ungeheuer.

Schenkt Nahrung doch auch Hungersnot.
Küsst Schwimmer, doch zieht Manchen runter.
Trägt Schiffe … leert manch Rettungsboot.
Schenkt Land, doch nimmt es wieder munter.

Tot kann’s bringen, Leben auch.
Küssen kann es, doch auch schlagen.
Gewaltig ist’s … dann wieder Hauch.
S’ist ewig, hier an allen Tagen.

Ja, auch Leben schenkt das Meer,
aus ihm sind einstmals wir gekommen.
Lange ist es zwar schon her,
als wir uns das Land genommen.

So ist das Meer uns Lebenskraft.
Motor ist es dieser Welt,
der Altes nimmt und Neues schafft.
Bestimmt, wie es um uns bestellt.

(© copyright by Michael Losert,
Amando, Ritter zur Altebur Draconi 2013)

* * *

Für einen Bekannten geschrieben, der so fühlt…

Ich wünsch‘ dir was …

Ich hoffe sehr, es geht dir gut.
Blumen sollst du oft bekommen.
Ich hoffe du hast frohen Mut,
wirst oft in den Arm genommen.

Ich hoffe sehr, du hast jetzt Glück.
Ich hoff‘ er schenkt dir seine Zeit.
Wünsche vom Himmel dir ein Stück,
wünsch‘ dass ihr einfach glücklich seid.

Ich hoffe sehr, du musst nie weinen.
Er soll stets halten deine Hand.
Die Sonne soll dir immer scheinen,
sollst gehen wie auf weichem Sand.

Ich hoffe sehr, fühlst niemals Schmerzen,
ich wünsch‘ dir seine ganze Treue.
Ich wünsch‘ dir Nächte voller Kerzen,
ein Leben ohne jede Reue.

Ich wünsch‘ mir, ich könnt‘ dich vergessen,
Ich wünsche mir ein Herz aus Stein.
Ich wünsche mir … was ich besessen,
soll wieder, wieder mein nur sein.

Ich wünsche mir, ich wäre blind.
ich wünsch‘ mir nichts zu hören.
Naiv sein, glücklich wie ein Kind,
will sein ich, ja das will ich schwören.

Gegangen bist du. Einfach fort.
Mich mitgenommen … hast du nicht.
Bist bei ihm, an fremden Ort.
Kein Lachen mehr, starres Gesicht.

Im Dunkeln sitz‘ ich in der Ecke.
Das Leben weht an mir vorbei.
Ich weiß, dass ich mich feig‘ verstecke,
vor dem, was nun mir Zukunft sei.

Was immer mich erwartet auch …
NICHTS kann so sein wie‘ früher war.
Schlecht ist’s mir, Schmerzen im Bauch.
Ohne dich. Es wird mir klar.

Ich wünsch‘ er schenkt dir rote Rosen.
Sie sind … dann auch Geschenk von mir.
Von mir … dem einen Zukunftslosen …
der ewig sehnt sich … nur nach dir.

(© copyright by Michael Losert,
Amando, Ritter zur Altebur Draconi 2013)

* * *

Reinekes Jagnicker

Sein Geweih gab ihm ein Hirsch,
Ein Stück Damast gab ihm ein Schmied.
Ein Messer, gut für jede Pirsch,
ist was ein Künstler darin sieht.

Hände werkeln, schleifen, schnitzen.
Form wächst durch des Mannes Hand.
Im Griff soll gut die Klinge sitzen,
Ein Fuchs als Knauf, vorn silbern‘ Band.

Feinschliff, Zierde. Alles passt.
Mit Freundschaft ist das Werk vollbracht.
Die Klinge, in der Säure Gast,
die Stahl dann zu Damast gemacht.

Ein Nicker, jagdlich für den Mann,
der Freund und Spielmann, Ritter ist.
Fuchs, der gut uns singen kann…
dem Künstler du ein Freund doch bist.

So hat er mit Schweiß geschaffen,
das Messer, Einzelstück für dich.
Ein Prunkstück unter diesen Waffen,
das überall kann zeigen sich.

Amando, Ritter zur Altebur Draconi, fertigte diesen Jagdnicker aus einem Rohdamast in Flacheisenform, einem Abriss aus dem Geweih eines Sechzehnenders und
verschiedenen versilberten Teilen. Als Fuchsnicker für seinen Freund, den Reineke Fuchs, soll diese Handarbeit Freude schenken.

(© copyright by Michael Losert,
Amando, Ritter zur Altebur Draconi 2013)

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