Gedichte von Servi )O( Annwyn

Im Steinkreis

Abenddämm’rung im Sommerland
Die Ahnin berührt ganz zart meine Hand
Ich schließe die Augen, gebe mich hin
Der Vision, wer und was ich bin
Dämm’rung liegt über dem Sommerland

Die Ahnin führt mich zum Steinkreis hin
Dort wo ich einst geboren bin
Alte Seelen, hier vereint
Schon seit ewiglicher Zeit
Im Steinkreis, wo ich geboren bin

Menhire, so alt und voller Magie
Ich gehe hindurch und spüre sie
Kalter Stein und warm das Herz
Spüre Freude, doch auch Schmerz
Spüre die alte Seelen-Magie

Dann seh ich die Göttin im Steinkreis stehn
Und sehe die Mondin über uns ziehn
Unsre Seelen sind vereint
Schon seit ewiglicher Zeit
Ich sehe die Göttin im Steinkreis stehn

Morgendämm’rung im Sommerland
Die Ahnin geht, verlässt meine Hand
Wir trennen uns, doch bleiben vereint
Seelenverwandte für alle Zeit
Dämm’rung liegt über dem Sommerland

Der Steinkreis in der Dämm’rung steht
Die Ahnin ins Meer der Seelen geht
Schmerz ist groß, doch wird bald klein
Abschied wird nicht für immer sein
Der Steinkreis in der Dämm’rung steht

Ich seh Gehörnten im Steinkreis stehn
Und sehe die Sonne über uns ziehn
Gefährte der Göttin, mit ihr vereint
schon seit ewiglicher Zeit
Ich seh den Gehörnten im Steinkreis stehn

Voll Ehrfurcht seh’ ich mich vor ihnen knien
Und sehe die Sterne um uns sich drehn
Göttin und Gott in mir vereint
Schon seit ewiglicher Zeit
Ich sehe mich selbst im Steinkreis knien

Ich bin ihrer beider Seelen Kind
Die lang schon vereinigt in mir sind
Voll Freude verlass ich den Kreis aus Stein
Ich kenne nun den Grund meines Sein:
Ich bin der Götter Seelen Kind

Dämm’rung liegt über dem Sommerland
Noch immer spür ich der Ahnin Hand
Ich weiß, sie ist für immer bei mir
Und kehre zurück ins Jetzt und hier
Dämm’rung liegt über dem Sommerland

Servi )O( Annwyn, 31.10.2012
geändert am 28.05.2013

* * *

Was ich mir wünsche

Blickst du mir nur ins Gesicht,

dann siehst du mich, doch du kennst mich nicht.

Du siehst nur Augen, grün wie Jade,
große Nase, lange Haare,
fast immer fröhlich und am lachen
und am Basteln schöner Sachen,
kreativ und hilfsbereit,
auch spontan zu jeder Zeit,
etwas schüchtern und verklemmt,
in manchen Dingen auch gehemmt,
oft nervös, sitze nie still
und weiß doch genau, was ich will.

Doch wer ich wirklich bin, das weißt du nicht,
siehst du mir nur ins Gesicht!

Ich wünschte, du könntest seh‘n in mein Herz,
ich wünschte, du könntest spür‘n meinen Schmerz,
nur ein paar Stunden, einen Tag,
erst dann weißt du, was ich wirklich mag.

Sieh in mich rein, sieh all meine Farben,
sieh meine Schönheit und meine Narben,
fühl meine Liebe und was ich hasse,
warum ich es tue oder lasse.

Sieh die Welt, wie ich sie sehe,
geh den Weg, wie ich ihn gehe,
leb mein Leben, wie ich es lebe,
gib nur einmal, was ich gebe.

Erst dann kannst du urteilen über mich
und mir sagen: „Ich kenne Dich.“

Servi )O( Annwyn
27./28. August 2011

* * *

ICH LÖSE DEN SCHWUR DES EIBEN-CLANS

Die Aufgabe wurde nicht erfüllt
darum wird der Zauber nun enthüllt.

Große Göttin, ich bitte, entbinde mich
von diesem Schwur, von diesem Eid,
den ich gegeben, in Eiben-Clans Zeit.

Große Göttin, ich bitte, befreie mich
von jeder Fessel, die in mir sei,
durch Dich durchtrennt, dann bin ich frei!

Große Göttin, ich bitte, führe mich
aus dem Kerker, aus dem dunklen Tief,
aus dem neblig Tal, durch das ich lief.

Große Göttin, ich bitte, spreche fei
jene, die mir einst ihr Wort gegeben,
ungebunden nun zu leben!

Nie wieder soll mich binden ein Schwur,
außer diesen ich gab der Göttin nur!
Denn das Wort, welches ich ihr gegeben,
wird immer in mir weiterleben!

So sei es!

Servi )O( Annwyn 15.07.2011

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